Amerika - das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Es ist zwar diesmal eine recht lange Einführung, aber ihr könnt es ja auch überspringen. Ich lasse mal wieder Stephan zu Wort kommen, denn von ihm kommt der Großteil der Samples:

Wer sich mit Amerikanischem Whiskey etwas näher beschäftigt, stellt schnell fest, dass der Markt sehr undurchschaubar und verwirrend ist.
Das liegt hauptsächlich daran, dass man am Namen eines American Whiskey nicht ohne weiteres die Brennerei erkennen kann. Während andere Destillate wie Scotch Single Malt, Cognac oder Rum sehr stark durch ihr Herkunftsgebiet und die Brennerei geprägt sind und meistens auch deren Namen tragen, werden die Amerikanischen Whiskeys in der Regel nach großen Persönlichkeiten der amerikanischen Whiskeygeschichte benannt.
Einzelne Brennereien produzieren in Amerika mehrere teilweise völlig unterschiedliche Whiskeys. Es gibt keine 20 aktiven Brennereien, die aber deutlich über 50 verschiedene Whiskey Marken produzieren. Eine der größten Brennereien zur Zeit ist Buffalo Trace. Hier werden viele verschiedene Whiskeys hergestellt, wie z.B. Ancient Age, Buffalo Trace, Blanton’s, Eagle Rare, George T. Stagg, Old Charter, Van Winkle, Sazerac und noch ein paar mehr.
Im Gegenzug gibt es aber auch solch kleine traditionelle Brennereien wie Maker’s Mark, die tatsächlich nur einen gleichnamigen Whiskey herstellen. Da die Ausstattung der amerikanischen Brennereien fast immer identisch ist, entstehen die unterschiedlichen Whiskeys durch die Zusammensetzung der Getreidemischung, der Herstellung der Maische, den Grad der Verkohlung der Fässer, den Lagerort und die Lagerzeit. Deshalb ist auch eine Verlagerung der Produktion einer bestimmten Whiskeymarke von einer Brennerei in eine andere ohne große Veränderung des Whiskeystils möglich. Das kommt durch die Schließung von Brennereien oder den Verkauf von Marken auch recht häufig vor. Obendrein stehen auf manchen Etiketten sogar Fantasienamen von Brennereien, die es gar nicht gibt und auch nie gab. Das klingt fast so, als dürften die amerikanischen Brennereien machen was sie wollen. Aber dem ist nicht so, die gesetzlichen Vorschriften enthalten klare Definitionen.

Straight Whiskey ist ein unverschnittenes Getreidedestillat und besteht nur aus 5 Zutaten: Mais, Roggen oder Weizen, gemälzte Gerste, Hefe und Wasser.
Die Destillation muss mit weniger als 80% Volumenalkohol erfolgen und erlaubt keine weiteren Zusätze, der Whiskey darf höchstens zur Abfüllung mit Wasser verdünnt werden. Blended Whiskey hingegen besteht aus neutralem Getreidebrand, einem Anteil Straight Whiskey und oft zusätzlichen Farb-und Aromastoffen oder sogar einem kleinen Teil Sherry.
Wenn also auf dem Etikett eines Amerikanischen Whiskeys der Zusatz „Straight“ fehlt, ist Vorsicht angesagt.

Wenn von amerikanischem Whiskey gesprochen wird, ist meistens immer nur vom Bourbon die Rede. Es wird aber zwischen 4 verschiedenen Whiskey Arten unterschieden: Bourbon, Rye, Tennessee und Corn Whiskey.
Der Straight Bourbon Whiskey nimmt allerdings den größten Marktanteil in Anspruch.

Ausschlaggebend für die Whiskeyart ist die Getreidemischung aus Mais, gemälzter Gerste, Weizen und Roggen. Für die Aufteilung hat jede Brennerei ihr eigenes Rezept, dieses wird Mash Bill genannt.

Bourbon Whiskey muss einen Maisanteil von 51% bis 80% enthalten. Zusätzlich wird gemälzte Gerste und Roggen (Rye) oder Weizen (Wheat) verwendet. Wobei nur wenige Brennereien Weizen anstelle von Roggen nehmen, z.B. Maker’s Mark und Van Winkle.In der Regel liegt der Maisanteil bei 60% bis 79%.
Eine typische Mash Bill sieht so aus:
75% Mais, 13% gemälzte Gerste, 12% Roggen.

Bourbon kann überall in Amerika hergestellt werden, also auch in Texas, Maine, Alaska oder Hawaii. Aber kein anderes Land auf der Welt darf einen Whiskey mit der Bezeichnung „Bourbon“ auf den Markt bringen.

Rye Whiskey muss mindestens 51% Roggen enthalten. Bis zur Prohibition war diese Whiskeygattung der typische amerikanische Whiskey. In dieser Zeit gewöhnte sich die amerikanische Gesellschaft durch Canadian Whiskey und Blended Scotch Whisky an „smoth and mellow“ und der kernige kräftige Roggenwhiskey geriet in Vergessenheit. Damit hat er noch heute zu kämpfen und so ist die Auswahl von Rye Whiskeys auf dem Markt sehr klein.

Tennessee Whiskeys (George Dickel und Jack Daniel’s) sind im Prinzip Bourbon Whiskeys. Aber die Brennmeister bestehen darauf, dass diese nicht als solche bezeichnet werden. Bereits seit 1941 sind sie auch gesetzlich als eigenständische Whiskeygattung zugelassen. Der einzige Unterschied zu Bourbon Whiskey liegt in der speziellen Filterung vor der Lagerung. Tennessee Whiskeys werden vor der Fasslagerung durch eine mehrere Meter hohe Ahornholzkohleschicht gefiltert, die alle Trüb-und Schwebstoffe entfernt, den Whiskey sehr weich und mild macht und ihm noch eine besondere Note verleiht. Dieser Filterungsprozess wird Lincoln County Prozess, Charcoal Mellowing oder Charcoal Leaching genannt. Sollte dieser Hinweis auf dem Label eines Bourbon Whiskeys auftauchen, so wurde dieser nach der Fasslagerung gefiltert. Im Gegensatz zur Aktivkohlefilterung, der fast alle Whiskeys nach der Fassreifung unterzogen werden, wird der Whiskey beim Charcoal Mellowing nicht durchgepresst, sondern tröpfelt nur langsam durch die Holzkohleschicht. Dieser Vorgang dauert ungefähr 1 Woche.

Für Corn Whiskeys wird mindestens 80% Mais verwendet. Hier handelt es sich um eher geschmacksneutralen Alkohol, der hauptsächlich zum Blenden verwendet wird. Im Gegensatz zu den anderen Whiskeyarten reift er entweder gar nicht oder nur kurze Zeit in gebrauchten Fässern.

Genau genommen gibt es eine noch relativ neue fünfte Whiskeygattung, den Wheat Whiskey. Heaven Hill hat 2005 als erste Brennerei mit dem Bernheim Original einen Kentucky Straight Wheat Whiskey auf den Markt gebracht. Er enthält 51% Weizen, 39% Mais und 10% gemälzte Gerste.

Die Herstellung ist der von Single Malt Whisky sehr ähnlich, nur dass in einem kontinuierlichem Brennverfahren gearbeitet wird. Zur Destillation werden nahezu keine Pot Stills, sondern sogenannte Continuous Stills im ersten Brennvorgang und Doubler oder Thumper im zweiten Brennvorgang eingesetzt. Nur ganz wenige Brennereien arbeiten mit Pot Stills wie wir sie aus schottischen Destillerien kennen.

Die Lagerung erfolgt grundsätzlich in frischen Fässern aus Eiche, meistens wird amerikanische Weißeiche genutzt. Die Fässer werden vor Benutzung noch mit Feuer ausgekohlt, so dass sie innen eine dicke Holzkohleschicht aufweisen. Der Brennmeister kann den Grad der Verkohlung auf einer Skala von 1 bis 4 wählen, den der Küfer auf dem Fass vermerkt.
Die Lagerzeit muss mindestens 2 Jahre betragen. Beträgt die Lagerzeit weniger als 4 Jahre, so muss das Alter auf dem Etikett angegeben werden. Also ist der meiste Straight Whiskey auf dem Markt älter als 4 Jahre.

Die Lagerhäuser sind zum Teil über 8 Stockwerke hoch. In den warmen Sommermonaten wird es in den oberen Stockwerken sehr warm und so reift der Whisky an diesen Stellen viel schneller, als die Fässer in den unteren dunklen und kühlen Etagen. Auch der Whisky im Fensterbereich reift anders als der in der Mitte gelagerte. So entsteht nur durch den Lagerort aus ein und demselben Destillat unterschiedlicher Whiskey. Die Brennmeister wissen genau, wie der Whiskey an welcher Stelle im Lagerhaus reift und können nur durch die Kombination von Fässern unterschiedlicher Bereiche des Lagerhauses verschiedene Whiskeys kreieren.
Wenige Brennereien, wie z.B. Maker’s Mark, rotieren die Fässer innerhalb des Lagerhauses, damit jedes Fass einmal an jedem Ort lag und alle Fässer gleichmäßig reifen. Das ist natürlich sehr aufwendig und auch kostenintensiv. Es gibt auch Brennereien, die in den kühlen Monaten die Lagerhäuser künstlich aufheizen und dann wieder abkühlen lassen, um den Reifungsprozess zu beschleunigen.

Die Etiketten der amerikanischen Whiskeys sind mit vielen Begriffen versehen, die den Laien schnell vor ein Rätsel stellen. Aber sie sagen über den Inhalt eine Menge aus und so kann man schon durch aufmerksames Lesen der Etiketten die Spreu vom Weizen trennen.
Deshalb möchte ich im Folgenden die gängigsten Begriffe etwas näher erläutern.
Kentucky
Für den Zusatz „Kentucky“ muss ein Whiskey auch in Kentucky hergestellt werden, sonst darf er diesen Zusatz nicht tragen.
Altersangabe
Ist ein Alter auf dem Etikett angegeben, so bezieht es sich auf den jüngsten Whiskey in der Flasche. Häufig werden noch ältere Whiskeys zugefügt.
Alkoholstärke
Die Angabe der Alkoholstärke erfolgt in Proof.
Für eine Umrechnung in % Volumenalkohol muss der Wert nur halbiert werden (100 Proof = 50% Vol.Alc.).
Bottled in Bond
„Bottled in Bond“ ist eigentlich keine Qualitätsbezeichnung, sondern hat hauptsächlich eine steuerliche Bedeutung. Das Bottled in Bond Gesetz von 1897 erlaubt die Lagerung von Whiskey aus einer Destillationsperiode mit mindestens 100 Proof, für mindestens 4 Jahre unter Zollverschluss (in Bond) ohne Steuern zahlen zu müssen. Die Steuern müssen erst nach Beendigung der Lagerzeit gezahlt werden. Solch eine lange Lagerung war für die Brennereien damaliger Zeit sehr ungewöhnlich. So ist aus der steuerlichen auch eine qualitative Bedeutung geworden und noch heute deutet diese Angabe darauf hin, dass es sich um einen Whiskey aus einer Destillationsperiode handelt und keine Mischung unterschiedlicher Jahrgänge ist.
Sour Mash
Sehr häufig findet man die Angabe „Sour Mash“ auf den Etiketten. Sie bedeutet, dass Rückstände der Maische des ersten Brennvorgangs entnommen und der frischen Maische für den nächsten Brennvorgang wieder zugesetzt werden. Dieses Verfahren wird bei allen Bourbon und Tennessee Whiskeys angewendet, auch wenn es nicht extra auf dem Etikett angegeben ist. Diese Bezeichnung ist also kein zusätzliches Qualitätsmerkmal.
Single Barrel
Auch in Amerika gibt es die in letzter Zeit immer beliebter werdenden Einzelfassabfüllungen, sie tragen die Bezeichnung Single Barrel.
Barrel Proof
Barrel Proof bedeutet, dass ein Whiskey in Fassstärke abgefüllt ist. Das ist noch recht selten, die meisten Abfüllungen weisen die typischen 101 Proof (50,5%) auf.
Small Batch
Dieser Begriff ist etwas irreführend. Häufig wird darunter eine kleine bestimmte Destillationsmenge verstanden, man denke nur an Aberlour a’Bunadh. Das ist aber nicht gemeint, sondern Small Batch Abfüllungen sind ein Vatting aus einer kleinen Menge besonders gut gereifter Fässer, die der Master Distiller auswählt. Der Begriff wurde in den späten 1980ern von Jim Beam eingeführt. Die Small Batch Serie von Jim Beam umfasst die folgenden Straight Bourbon Whiskeys: Baker’s, Booker Noe’s, Basil Hayden’s und Knob Creek.
Deshalb wird der Begriff „Small Batch“ häufig mit Jim Beam assoziiert und einige Brennereien verwenden die Bezeichnung ganz bewusst nicht auf ihrem Etikett, um eine Verwechslung zu vermeiden.
Micro Bourbon
Auch der Begriff Micro Bourbon ist etwas verwirrend, denn er steht für ein Double Barreling. Das bedeutet, dass die für eine Abfüllung ausgewählten Fässer nach dem Vatting noch mal zur Weiterreifung in ihre Originalfässer gefüllt werden. Lange Zeit war der einzige nach diesem Verfahren gereifte und abgefüllte Whiskey Jacob’s Well. In letzter Zeit taucht der Begriff aber häufiger auf.
Vintage
Die Bezeichnung Vintage Bourbon wurde zuerst von Evan Williams genutzt. Wie auch bei anderen alkoholischen Getränken, steht dieser Begriff für einen bestimmten Destillationsjahrgang.

Im Prinzip kann man Bourbon in 3 Qualitätsstufen unterteilen:
1. Den Standardbourbon, der in großen Massen abgefüllt wird und für Mixgetränke bzw. Cocktails dient oder On the Rocks getrunken werden kann. Das ist absolut nicht negativ gemeint, denn Cocktails und Whiskey On the Rocks gehören zur amerikanischen Kultur. Bourbon bildet die Grundlage von vielen heiß geliebten Cocktails (wie z.B. Manhatten, Mint Julep, Old Fashioned oder Whiskey Sour) und die schweren öligen Bourbon eignen sich nicht für Cocktails.
2. Die Small Batch Abfüllungen, die aus einer kleinen Menge speziell ausgewählter Fässer gevatted werden.
3. Und zum Schluss die Single Barrel Abfüllungen, für die ein einzelnes besonders gereiftes Fass ausgewählt wird.

Der größte Qualitätssprung findet vom Standardbourbon, wie man ihn hauptsächlich im Supermarkt findet, zu den Small Batch Whiskeys statt.
Der Whisk(e)yconnisseur, der seine Abfüllung pur in einem Nosingglas genießen möchte, sollte einen Bogen um diese erste günstige Kategorie machen. Grundsätzlich gilt aber auch hier: Die Ausnahme bestimmt die Regel. Es gibt selbstverständlich gute Standardbourbon, wie auch gute Blended Scotch und auch weniger gute Small Batch Whiskeys, wie auch weniger gute Single Malts. Letztendlich bestimmt der persönliche Geschmack und natürlich auch das Budget die Auswahl.
Man sollte auch nicht versuchen einen Straight Whiskey und einen Scotch Whisky direkt miteinander zu vergleichen. Das würde einem Vergleich von Äpfeln mit Birnen gleichkommen.
Ein Straight Whiskey wird niemals die Komplexität eines Scotch Whisky aufweisen. Aber ein Scotch wird auch niemals diesen fetten intensiven Körper eines guten Straight Whiskey haben.
Übrigens ist das, was viele Scotch Whisky Trinker anfangs als Klebstoff wahrnehmen, die Süße des Mais, der über die Jahre während der Lagerung einer kräftigen Eichennote weicht. Der Mais ist natürlich Hauptbestandteil und damit auch prägend für das Aroma. Ich glaube, dass wir Single Malt Trinker den Mais als Klebstoff wahrnehmen, liegt daran, dass dieses Aroma im Scotch Whisky gar nicht vorkommt.
Wenn man eine zeitlang nur Bourbon trinkt, nimmt man diese Klebstoffnote nicht mehr als solche wahr. Auch bei der parallelen Verkostung von mehreren Bourbon Abfüllungen tritt diese Note in den Hintergrund und man kann wunderbar die anderen Aromen und Unterschiede ergründen.

Ich habe wieder 6 Abfüllungen ausgewählt, die einen guten Einblick in die Welt des amerikanischen Whiskey geben sollten.
Dabei habe ich besonderes Augenmerk auf eine hohe Qualität zu bezahlbarem Preis gelegt. Deshalb findet sich auch keine der – meiner Meinung nach überteuerten – High Proof Abfüllungen (wie z.B. George T. Stagg) im Line up.
Meine persönliche Vorliebe für die älteren Tröpfchen, spiegelt sich auch in der Auswahl wieder.
Ab 10 Jahren Lagerzeit kann man einen Bourbon schon als alt bezeichnen. Danach besteht schnell die Gefahr der Überlagerung, die sich in holzig-bitteren Noten nieder schlägt.
Bei der Verkostung der hier ausgewählten Abfüllungen gilt übrigens das Gleiche wie bei einem guten Single Malt. Ein typisches Nosingglas ist Voraussetzung, den Bourbon atmen lassen, in der Hand anwärmen wirkt manchmal Wunder und ggf. ein paar Tröpfchen Wasser hinzu geben.
Achtet vor allen Dingen auf die Farbe der Whiskeys. Da Straight Whiskey nicht gefärbt werden darf, kann man anhand der Farbe schon Rückschlüsse auf den Whiskey ziehen. Die Farbgebung reicht von hellem Bernstein, dunklem Braun, über eine deutlich rote Farbe bis hin zu Schwarz wie Coca Cola.

Stephan Weigel

Ich habe Stephan's Auswahl noch durch einige andere Samples erweitert.

Van Winkle Family Reserve Rye, Kentucky Straight Rye Whiskey, No. K0446, 13yrs, 95.6 Proof, 47.8%
F: dunkles Bernstein-orange
D: Kumquats, etwas verbranntes, leicht staubig-trocken, klebrig (aber nicht UHU)
G: süß, Orangenschalen, schwer, toasted oak
K: Nam. Yes, absolut mein Stil. Mehr von dieser Sorte. " Für einen Rye ist das ein stolzes Alter und somit ist diese Abfüllung kein typischer Vertreter der Rye Whiskeys, die meistens nur ungefähr 4 Jahre alt sind. Laut Jim Murray kommt dieser Rye aus der geschlossenen Medleys Distillerie in Owensboro und wurde eigentlich für die Marke Rittenhouse produziert. Die Fässer wurden von Julian Van Winkle ausgegraben und aufgrund großer Nachfrage für den japanischen Markt abgefüllt." Davon sollten sie mal eher eine Standard-Abfüllung machen. 89 P.

Wild Turkey, Russell's Reserve, Kentucky Straight Rye, 6 yrs, 90 proof, 45 %
F: Orange
D: wirkt etwas dünn, verschlossen, metallisch, kalt, blumig, stark konzentrierter Pfefferminztee, leicht sahnig
G: süß, Apfelsinenschale, etwas dünn, leicht verbranntes Holz, Apfel, etwas minziges, wirkt etwas alkoholisch
K: Hmmm? Ich hatte schon bessere Ryes. Aber die waren wohl auch alle älter. Braucht ein grosses Glas. 81 P.

Bernheim, Original Small Batch Wheat Whisky, 750 ml, 90 proof, 45 %, ~2008 bottling
F: dunkles Orange
D: etwas dünn, leicht staubig, leichte Süße, flambierte Banane
G: dünn, süß, leicht, Graubrot, Fruchtigkeit
K: Leicht, einfach, guter Trinkwhisky für einen Leseabend. 84 P.

George Dickel, Barrel Select Small Batch Tennessee Whisky, Charcoal Mellowed & Double Distilled, Handselected in 2006, 86 Proof, 43 %
F: Orange
D: leicht staubig, süß, Salatgurken, Sultaninen, etwas was an getrocknete Aprikosen erinnert, karamelisierte Getreide, Honig, Krokanteis
G: süß, dünn, Krokanteis, Honig, getrocknete Aprikosen, im Classic Malt-Glas ganz deutlich UHU, der auch nicht verschwindet
K: "Ich wollte unbedingt einen guten Tennessee Whisky im Set haben, um die Auswirkung der Filterung zu demonstrieren, die sie vom Bourbon Whiskey unterscheidet. George Dickel wird von den Kennern häufig als „Der bessere Tennessee Whisky“ bezeichnet. Man beachte bei George Dickel die Schreibweise von Whisky ohne „e“. Der George Dickel Barrel Select wurde erstmals 2003 zur Neueröffnung der Brennerei kreiert. Für diesen Small Batch Tennessee Whisky wählt Master Distiller John Lunn jedes Jahr 10 Fässer aus. Das Alter der Whiskys beträgt ca. 10 bis 12 Jahre. Er ist unglaublich weich und mild, mit feinen Vanille-und Karamellaromen." Sehr balanciert, tolle Nase, braucht ein grosses Glas. Nam. 87 P.

Knob Creek, Jim Beam, Kentucky Bourbon, 9 yrs, 100 proof, 50 %
F: dunkles Bernstein-orange
D: dreckig, trockenes Mandarinenfleisch, sehr leicht, Brombeeren, Blumen, grün, etwas schwach-bitteres
G: etwas malziges, trocken, holzig, leichter als die meisten Bourbons hier, Orangenschalen, "grüne" Walnüsse
K: Mehr ein Aperitiv. Werde ich mir nicht kaufen. 81 P.

Barton, Chieft., 13 yrs, June 1994/Aug 2007, Bourbon, American Oak Barrel # 65, 228 bottles, 63.6 %
F: dunkles Bernstein
D: süß, orangene Frucht, norwegische Champagnebrause
G: süß, Kumquats, Orangenschale, Champagnebrause
K: Yes! Das ist so gut. Verträgt auch etwas Wasser, aber wird nicht wirklich gebraucht. 89 P.

Noah's Mill, 15 yrs, Kentucky Bourbon Distillers, 57.15 %
F: dunkles Bernstein-orange
D: Cointreau, Apfelsinenschalen, Salatgurken, verbrannte Streichhölzer
G: Mundwässernd, Orangenschalen, trockener Cointreau, süß, mild
K: Oh ja, absolut, etwas nach meinem Geschmack. Verträgt auch etwas Wasser. 89 P.

Maker’s Mark Gold Seal, Kentucky Straight Bourbon Whisky, Limited Edition, Bottled 01.04.1996, 101 Proof, 50.5 %
F: orange-Bernstein
D: süß, rote Frucht, Pecannüsse, Orangen, hat eine leichte OBE-Note, leicht verbrannter Karamel
G: Alkoholisch, Holz, süsse Nüsse, OBE (verschwindet mit der Zeit), weich, leicht
K: "Die kleine traditionelle Brennerei Maker’s Mark verwendet in der Mash Bill Weizen anstatt Roggen. Das macht den Whisky sehr weich. Die limitierte Gold Seal Abfüllung ist das Highlight aus der Destillerie, sie unterscheidet sich durch eine längere Lagerzeit und einen höheren Alkoholgehalt. Man beachte auch die Schreibweise von Whisky ohne „e“." Der Nachgeschmack ist kurz und trocken. Braucht etwas Wasser. 84 P.

Old Stagg, Kentucky Straight Bourbon, 6 yrs, 86 proof, 43 %, bottled in 70's
F: orange-Bernstein
D: alt, holzig, ähnelt eher einem Malt, süß, alter Armagnac, leichte Rosinennote
G: süß, leicht fischig, verbranntes Holz
Etwas nichtssagend. Hat wohl schon etwas verloren. Aber leicht zu trinken. Nett. (84 P.)

Evan Williams Kentucky Straight Bourbon Whiskey, 23yrs, 107 Proof, 53.5%
F: rötliches Bernstein
D: alkoholisch, UHU, der Kleber verschwindet nicht, Pekannüsse, Wachs, Holz
G: etwas armagnac-ähnliches, Champagnebrause, etwas blumiges, Nüsse, Leim, verkohltes Holz
K: "Diese Abfüllung könnte das Highlight des Sets sein. Sie wird exklusiv für den japanischen Markt abgefüllt. 23 Jahre sind für einen Bourbon ein sehr stolzes Alter. Nur ganz wenige Fässer vertragen solch eine lange Lagerzeit und dazu ist diese Abfüllung noch bezahlbar. Jim Murray schrieb zu dieser Abfüllung: „Das ist der große alte Mann aus Kentucky. Ein erstaunlicher Whiskey, der die Natur herausfordert, weil er sich trotz der brennenden 40°C heißen Sommer in Kentucky soviel Statur bewahrt. Er hat kein Recht, so gut zu sein: ein rotes Wunder.“ " Wird wesentlich besser mit der Zeit, aber auf keinen Fall mein Highlight in diesem Flight. Nichts, was ich mir kaufen würde. 82 P.

Pappy Van Winkel, Family Reserve, Kentucky Straight Bourbon, 20 yrs, 90.4 proof, 45.2 %
F: orange-Bernstein
D: grün, Blumenstiele, ähnelt einem Malt, süsse Brombeeren, Vanille, gelbe Frucht, Haselnuss
G: UHU, etwas leicht seifiges, Freia Apfelsinengelee
K: Die Nase ist wesentlich besser als der Geschmack. Der Geschmack ist etwas unharmonisch.

Blanton's, Gold Edition, Single Barrel Bourbon, bottled 27.11.2006, Warehouse H, Rick No. 52, Cask # 234, 103 proof, 51.5 %
F: orange-Bernstein
D: sehr alkoholisch, und anfangs sehr nichtssagend, dunkel, Holz, süß, etwas leicht bitteres, grüne Banane
G: komisch, seifig, eine Fleischnote, leichte Süße, etwas malzähnliches
K: Entwickelt sich mit viel Luft und Zeit, aber irgendwie nichts, was ich empfehlen würde. Die andere Abfüllung, die ich mal hatte war besser. 74 P.

Old Charter Proprietor’s Reserve, Kentucky Straight Bourbon Whiskey, 13yrs, 90 Proof, 45 %
F: orange-Bernstein
D: hermetische Pfirsiche, Vanille, Stroh, Armagnac, Apfel
G: etwas dünn, leicht verbrannt, Stroh, Holz, wird mit Wasser süsser, milchig, Apfelschale
K: Der Nachgeschmack ist trocken und hat was von Graubrot. Aber er ist sehr leicht zu trinken. Und mit etwas Wasser wirkt der Körper voller. 84 P. "Hier handelt es sich um eine in Fachkreisen hoch gelobte Abfüllung. Sie stammt aus einer alten Serie namens Bourbon Heritage Collection, die in den frühen 1990ern von UDV aufgelegt wurde. Diese Serie bestand aus 5 besonderen Abfüllungen der Marken: George Dickel, I.W. Harper, Old Charter, W.L. Weller und Old Fitzgerald. Hergestellt wurde der Old Charter damals in der Brennerei Bernheim, mittlerweile gehört die Marke zur Buffalo Trace Distillery. Jim Murray schreibt zu dieser Abfüllung: „Ausgezeichneter Stoff, wirklich komplex und ein seltenes Beispiel dafür, wie das Alter die feinsten Noten, die eine Destillerie produzieren kann, eher steigert als abschwächt.“ "

Wild Turkey Kentucky Spirit, Kentucky Straight Bourbon Whiskey, Single Barrel No. 8, Stored in Warehouse F On Rick No. 1, bottled on 18.01.2006, 101 Proof, 50.5%
F: orange-Bernstein
D: etwas schweres Parfum, gelb-orangene Früchte, Apfel, leichte Vanille
G: süß, Vanille, milchig, Holz, süsse Äpfel
K: Wird von Mal zu Mal besser! Was kostet der? 86 P. "Wild Turkey gehört neben den Van Winkle’s zu meinen Favoriten. Er ist einer der komplexesten und intensivsten Bourbon Whiskeys mit einem pfeffrigen Abgang. Deshalb sind sie für mich der Talisker in der Bourbon Welt. Hier habe ich eine Single Barrel Abfüllung ausgewählt, die mit 101 Proof abgefüllt wird. Jedes Fass wird einzeln von Master Distiller Jimmy Russell ausgesucht. Leider ist kein Alter auf der Flasche angegeben."

Wild Turkey, Russell's Reserve, Kentucky Straight Bourbon, 10 yrs, 101 proof, 50.5 %
F: orange-Bernstein
D: Holz, süß, Vanille, schwer, Stroh
G: verkohltes Holz, schwer, süsser mit Zeit und Wasser, später kommt noch etwas Vanille
K: Nicht ganz mein Ding, wurde aber besser je öfter ich ihn trank. 81 P.